Projektstart: „Integration automatisierter Verkehrsmittel in den städtischen öffentlichen Raum“

5. März 2021

Die Gestaltung der Mobilität der Zukunft ist eines der zentralen Themen unserer Zeit und ist mit zahlreichen technischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, verkehrlichen und städtebaulichen Chancen und Herausforderungen verbunden. Insbesondere der zu erwartende Einsatz automatisierter Verkehrsmittel in unseren Städten und Gemeinden birgt ganz neue Möglichkeiten zur Gestaltung einer nachhaltigen, sicheren, bequemen und für alle zugänglichen Mobilität. Gleichzeitig kommen mit der Einführung dieser neuen Technologie aber auch viele Fragen auf die Kommunen zu, mit denen sie sich auseinandersetzen werden müssen: Welche Rolle soll das automatisierte Fahren künftig bei der alltäglichen Mobilität der Menschen spielen? Welche Voraussetzungen sind zu schaffen, um automatisierte und vernetzte Fahrzeuge in den öffentlichen Raum zu integrieren? Welche Funktion können und sollen sie im öffentlichen Verkehr wahrnehmen?
Um die Städte und Gemeinden bei der Beantwortung dieser Zukunftsfragen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Forschungsprogramms Stadtverkehr (FoPS) die Erarbeitung eines „Handbuchs für Kommunen zum automatisierten und vernetzten Fahren“ in Auftrag gegeben. Das Forschungsprogramm Stadtverkehr unterstützt Bundesländer, Kreise, Kommunen und Verkehrsbetriebe bei den Herausforderungen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität. Es will mit diesem Handbuch dazu beitragen, dass Straßen und Plätze auch künftig als Orte vielfältiger sozialer, kultureller und auch wirtschaftlicher Aktivitäten nutzbar sind und die Integration neuer Technologien in diesem Kontext gelingt. Das Handbuch soll die Kommunen dabei unterstützen, eigene Strategien zur Integration automatisierter und vernetzter Fahrzeuge in den öffentlichen Raum wie auch in den öffentlichen Verkehr zu entwickeln.
Mit der Umsetzung dieses Vorhabens hat das BMVI eine Bietergemeinschaft bestehend aus ifok GmbH und PTV AG beauftragt. Unterstützt werden die beiden Unternehmen vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik (FAST) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie von der Rödl GmbH Rechtsanwalts-, Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Durch das gebündelte Fach- und Erfahrungswissen dieses Konsortiums soll das Handbuch sowohl im Bereich Planung und Betrieb als auch bei Technik und Infrastruktur sowie Rechts- und Regulierungsfragen nicht nur den aktuellen Stand abbilden, sondern auch in die Zukunft weisende Empfehlungen anbieten. Dabei werden Fachexperten zur Erarbeitung von Inhalten des Handbuchs einbezogen. Die Adressaten des Handbuchs, die Kommunen selbst, sollen ebenfalls von Anfang an mit eingebunden werden. „Mit diesem Handbuch können wir Städte und Gemeinden bei der Bewältigung von zukünftigen verkehrlichen Herausforderungen unterstützen. Uns ist wichtig, dass dieses Handbuch am Ende den Kommunen wirklich hilft!“ gab der fachliche Leiter des Projekts im BMVI, Dr. Christhard Gelau, in der Auftaktsitzung vor. Das Projekt ist im März 2021 gestartet und die Veröffentlichung des Handbuchs soll im ersten Quartal 2024 erfolgen.