Fußverkehr sichtbar machen: Neuer Schlussbericht wurde veröffentlicht (77.0608)

1. Juni 2026

KI-generiert mithilfe von Google Gemini

Zu Fuß gehen ist die ursprünglichste, flächeneffizienteste und zugleich gesündeste Form der Mobilität. Ob als eigenständiger Weg, als Zugang zum ÖPNV oder als Aufenthalt im öffentlichen Raum: Fußverkehr prägt die Qualität städtischen Lebens. Trotz dieser großen Bedeutung fehlt es in vielen Städten bislang an belastbaren Daten darüber, wie viele Menschen tatsächlich zu Fuß unterwegs sind.

Genau hier setzt der Schlussbericht „Ermittlung von Fußverkehrsaufkommen aus Kurzzeitzählungen und Umfelddaten“ (77.0608) aus dem Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS) an. Das Ziel des Forschungsvorhabens war es, praxisnahe Methoden zu entwickeln, mit denen Fußverkehrsaufkommen zuverlässig erfasst, hochgerechnet und abgeschätzt werden können.

Dazu wurden an 56 Messstellen in 14 Städten videobasierte Zählungen durchgeführt. Die Standorte bildeten unterschiedliche städtische Raumtypen ab und wurden systematisch anhand von Umfelddaten wie Points of Interest, Einwohnendenzahlen und städtebaulichen Merkmalen ausgewählt. Die Ergebnisse zeigen: Fußverkehr folgt erkennbaren Mustern. Aus den erhobenen Daten konnten vier typische Tagesverläufe, sogenannte Ganglinien, identifiziert werden. Sie unterscheiden sich vor allem nach städtebaulicher Lage und den Nutzungen im Umfeld. Auf dieser Basis wurden Hochrechnungsfaktoren entwickelt, mit denen sich aus kurzen Zählzeiträumen belastbare Tageswerte ableiten lassen. Kurzzeitzählungen und Dauerzählungen haben dabei jeweils eigene Stärken. Für die Praxis empfiehlt sich daher eine Kombination beider Ansätze, d.h. Dauerzählungen an zentralen Standorten und ergänzende Kurzzeitzählungen für ein flächendeckendes Bild.

Der Forschungsauftrag liefert damit einen wichtigen Beitrag für die kommunale Verkehrsplanung. Er macht Fußverkehr messbarer, vergleichbarer und planbarer und schafft eine fundierte Grundlage für fußgängerfreundliche Städte, sichere Straßenräume und die Weiterentwicklung bestehender Regelwerke.

Der Schlussbericht erschien in der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) und ist nun unter „Forschungsergebnisse“ verfügbar. Durchgeführt wurde der Forschungsauftrag von der TU Dresden (Professur für Mobilitätssystemplanung), platomo GmbH, Karlsruhe und BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Aachen