NaKoMo-Vortrag „Klimaschutz messbar machen – Abbildung von Klimamaßnahmen in Verkehrsnachfragemodellen“ am 21.01.2026

27. Januar 2026

Am 21. Januar 2026 wurden im Rahmen eines NaKoMo-Vortrags die Ergebnisse des Projekts VB710004 „Abbildung von Klimaschutzmaßnahmen in Verkehrsnachfragemodellen“ präsentiert. Rund 180 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Ländern, dem Bund sowie weitere Fachleute diskutierten, wie Verkehrsnachfragemodelle als Planungsinstrument zur Erreichung der Klimaziele weiterentwickelt werden können. Das Projekt wird von der Universität Stuttgart sowie den Planungsbüros PTV Transport Consult GmbH und INOVAPLAN GmbH durchgeführt und endet im Juni 2026. Die Ergebnisse werden auf fops.de veröffentlicht, ein Leitfaden ist im Rahmen der FGSV geplant.

Ziele des Projekts:

Das Projekt hat das Ziel, die Methoden der Nachfragemodellierung im Personenverkehr so weiterzuentwickeln, dass städtische und regionale Modelle die Klimawirkungen von Maßnahmen und Entwicklungen präzise abbilden können. Im Fokus stehen dabei Maßnahmen, die bisher in makroskopischen Nachfragemodellen nicht oder nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Zentrale Handlungsfelder:

Das Projekt konzentriert sich auf vier zentrale Handlungsfelder, die für die Abbildung von Klimaschutzmaßnahmen in Verkehrsnachfragemodellen von besonderer Bedeutung sind:

  1. Mobilitätswerkzeugwahl: Maßnahmen, die die Pkw-Beschaffungswahl und den ÖV-Zeitkartenbesitz beeinflussen.
  2. Präferenzänderungen: Maßnahmen und Entwicklungen, die die Präferenzen der Verkehrsteilnehmenden verändern.
  3. On-Demand-Angebote: Einführung und Ausbau von flexiblen Mobilitätsdiensten.
  4. Tageszeitabhängige Maßnahmen: Entwicklungen und Maßnahmen, die zeitlich differenziert wirken.

Vorgestellte Spezifikationen:

Im Rahmen des Vortrags wurden drei der vier entwickelten Spezifikationen vorgestellt:

  1. Mobilitätswerkzeugwahl
    Viele Klimaschutzmaßnahmen zielen darauf ab, den Pkw-Besitz zu reduzieren. Daher wird die Mobilitätswerkzeugwahl als vorgelagerte Wahlstufe in Verkehrsnachfragemodellen integriert. Ein Modell zur Pkw-Beschaffungswahl berücksichtigt dabei Faktoren wie Wohnortmerkmale, sozio-demografische Eigenschaften und die Entfernung zur nächsten ÖV-Haltestelle. Grundlage hierfür sind die Ergebnisse einer Haushaltsbefragung.
  2. Präferenzänderungen
    Verkehrsnachfragemodelle können Verhaltensänderungen infolge von Angebots- oder demografischen Änderungen abbilden. Zukünftige Präferenzänderungen, wie die Bewertung von Fahrzeiten oder der Wunsch nach mehr Privatsphäre, erfordern jedoch spezielle Stated-Preference-Befragungen. Erste Tests zeigen, dass die Modelle unterschiedlich stark auf Anpassungen reagieren.
  3. On-Demand-Angebote
    Am Beispiel eines Bediengebiets in Waiblingen wurde die Integration eines On-Demand-Angebots in den ÖPNV simuliert. Die Ergebnisse zeigen, dass der ÖV-Anteil gesteigert werden kann, jedoch auch eine deutliche Veränderung der Fahrzeugflotten und Betriebsstrukturen erforderlich ist.

Fazit und Ausblick:

Die Ergebnisse des Projekts VB710004 bieten Impulse für die Weiterentwicklung von Verkehrsnachfragemodellen und unterstützen die Planung zukunftsfähiger Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor. Die Projektergebnisse werden auf fops.de veröffentlicht. Zudem wird ein Leitfaden im Rahmen der FGSV erscheinen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um über zukünftige Entwicklungen in FoPS informiert zu bleiben.

Folien zum Download