Sichere Knotenpunkte für schnelle Radverbindungen: Forschungsergebnisse (70.0964)

9. September 2026 Schlagwörter: Aktuelles

KI-generiert mithilfe von Google Gemini

Wer das Fahrrad als attraktives Verkehrsmittel im Alltag und auf dem Weg zur Arbeit stärken will, braucht nicht nur gute Strecken, sondern auch sichere und gut verständliche Knotenpunkte. Gerade an Kreuzungen und Einmündungen zeigt sich, ob Radvorrangrouten und Radschnellverbindungen ihre Vorteile (zügiges Vorankommen, hohe Sicherheit und möglichst geringe Zeitverluste) tatsächlich ausspielen können.

Im Rahmen des FoPS-Forschungsauftrages „Optimierung von Verhalten, Regelung und baulicher Situation in Kreuzungssituationen zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr“ (70.0964) wurde deshalb untersucht, wie Knotenpunkte an hochwertigen Radverbindungen gestaltet sein müssen, damit sie sicher sind und von den Verkehrsteilnehmenden gut angenommen werden. Dazu wurden 31 Knotenpunkte an qualitativ hochwertigen Radverbindungen sowie vier Netzmaschen analysiert. Die Grundlage waren Sicherheitsanalysen, Verhaltensbeobachtungen, Konfliktanalysen und Befragungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass es bislang noch keine einheitliche Standardgestaltung für Knotenpunkte an Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten gibt. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine Bevorrechtigung des Radverkehrs an innerörtlichen Knotenpunkten nicht automatisch zu mehr Unfällen oder Konflikten führt. Im Gegenteil, denn in den Befragungen wurden Knotenpunkte mit bevorrechtigter Radverbindung häufig sogar als sicherer wahrgenommen als solche, an denen Radfahrende warten müssen. Wichtig sind vor allem gute Sichtbeziehungen, eine klare und gut erkennbare Vorfahrtregelung sowie eine bauliche Ausgestaltung, die die Aufmerksamkeit erhöht und die Geschwindigkeit des querenden Verkehrs reduziert. Auch auffällige Markierungen können dazu beitragen, Knotenpunkte verständlicher und sicherer zu machen. Dabei müssen die Knotenpunkte immer im Zusammenhang mit dem gesamten Verkehrsnetz betrachtet werden. Wo eine Bevorrechtigung des Radverkehrs aufgrund der Verkehrssituation oder bestehender Sicherheitsdefizite nicht möglich ist, sollten zunächst die Rahmenbedingungen verbessert werden. Erst wenn das nicht gelingt, kommen aufwändigere Lösungen in Frage.

Damit liefert das Projekt wichtige Hinweise für Kommunen, Planungsbüros und die weitere Fachpraxis. Es zeigt, unter welchen Bedingungen hochwertige Radverbindungen sicher und attraktiv gestaltet werden können und wie Knotenpunkte dazu beitragen, den Radverkehr im Alltag weiter zu stärken.

Der Bericht wurde nun in der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BaSt) veröffentlicht und ist nun unter „Forschungsergebnisse“ verfügbar. Durchgeführt wurde der Forschungsauftrag von der Bergischen Universität Wuppertal (Lehr- und Forschungsgebiet Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik).